Molekülwolke PGCC G090.22+38.47
Eine reflektierende Staubwolke erweist sich als nützlich für die Astronomie
Während mein Lacerta Newton noch länger mit einem Langzeitprojekt beschäftigt ist, habe ich nach einem interessanten Objekt für meinen Skywatcher Newton gesucht, und da ist mir eine wolkige Struktur um einen Stern (TYC 4191-2090-1 = BD+60 1705) aufgefallen. Nach den ersten Belichtungsstunden hat sich aber gezeigt, dass es sich offenbar nur um eine Staubwolke/Molekülwolke im Sternbild Drache handelt, davon gibt es dort viele.
Etwas enttäuscht habe ich dann eine Bearbeitung dieser ersten Aufnahmen probiert, es war aber eigentlich ganz hübsch, also habe ich weiterbelichtet und daraus ein RGB-Bild erstellt.
H-alpha hätte ich auch belichtet, da zeigt sich aber meines Erachtens nur Licht des roten Kontinuums, daher habe ich das nicht verwendet.
Die Molekülwolke um diesen Stern ist im Planck Catalogue of Galactic cold clumps gelistet als PGCC G090.22+38.47.
TYC 4191-2090-1 ist ein Stern der Spektralklasse K2 D laut SIMBAD. Die Staubwolke reflektiert das gelbliche Licht des Sterns recht eindrucksvoll, was eine genauere Bestimmung der Entfernung dieser Wolke ermöglicht, da diese somit in dessen näherer Umgebung sein muss, und die Entfernung des Sterns wurde von GAIA bereits ermittelt.
Belichtet mit der Planetenkamera ZWO ASI462MM, insgesamt 15,68 h bei 60 s Einzelbelichtung.
Teleskop: Skywatcher PDS 130/650.
Nachführung: Skywatcher EQ6
Filter: Astronomik DeepSky R, G, B
Steuerung: ZWO ASIAIR Plus
Falls ihr euch fragt: wieso macht er das mit einer Planetenkamera? Nun, da ist nicht viel dahinter, ich wähle die Sensorgröße je nach benötigtem FOV für das jeweilige Teleskop.
Ja, es ist mit einer ungekühlten Kamera etwas mühsamer mit der Kalibrierung, und ja, die winzige Sensorgröße trägt nicht gerade zur besseren Auflösung des Objekts bei, und ja, ungekühlte Kameras rauschen mehr, und ja, die Sterne werden bei kleinerer Senorgröße mehr aufgebläht. Aber mit moderner Software kann man gegen die meisten Nachteile ganz gut gegensteuern, also warum nicht?