TBG-N1_HOO+LRGB_corr Ich darf es nun endlich herzeigen: Mein bisher aufwändigstes Belichtungsprojekt überhaupt. Das ist eine Neuentdeckung der TBG-Gruppe im Verein VdS (Verein der Sternfreunde): TBG-N1 - ein Kandidat für einen planetarischen Nebel. Dieser hat eine so schwache Oberflächenhelligkeit, dass ich sage und schreibe 215 Stunden Gesamtbelichtungszeit investieren musste, um ihn aus dem Hintergrund zu schälen. Wie findet man etwas, das keiner sieht? Nun, die TBG-Gruppe (TBG = tief belichtete Galaxien) war eigentlich auf der Suche nach Zwerggalaxien, die die Galaxie NGC 2403 begleiten. In deren weiterem Umfeld hat man einen unscheinbaren formlosen Fleck gefunden, typisch für solche Zwerggalaxien, weshalb man begonnen hat, diesen genauer unter die Lupe zu nehemen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass sich hier etwas anderes verbirgt, und nach ebenso langen Belichtungen in diversen Filterungen - mit wesentlich größeren und lichtstärkeren Teleskopen als ich sie habe - wurde klar, dass man hier höchstwahrscheinlich einen neuen planetarischen Nebel entdeckt hatte. Ich bin als Mitglied dieses Vereins unerwartet eingeladen worden noch vor der Veröffentlichung der Entdeckung diesen Nebel als erster Amateur außerhalb der TBG-Gruppe aufzunehmen. Natürlich habe ich erfreut zugesagt. Als ich mir den Entwurf der Veröffentlichung dann durchgelesen habe, und sah, was die Gruppe dort an Instrumenten und Belichtungszeit auffahren musste, da war ich erst einmal ziemlich entmutigt, mein erster Gedanke war: worauf habe ich mich da nur eingelassen? Aber probieren musste ich es zumindest. Und so habe ich dann begonnen zu belichten, erst mit dem großen Teleskop von Meade, das aber eher lichtschwach ist. Nach 10 Stunden war klar, da muss ich den wesentlich lichtstärkeren Lacerta draufhalten, was ich dann auch machte. Parallel ließ ich aber weiter das große Teleskop mitlaufen. Das war eine etwas schmerzhafte Entscheidung für mich, weil somit meine liebsten zwei Teleskope für lange Zeit an dieses Projekt gebunden waren, und andere Dinge, die ich ebenfalls gerne aufgenommen hätte, für diese Saison ausgefallen sind. Nach insgesamt gut 141 h im H-alpha Schmalband wechselte ich zum OIII Schmalband, weil das Objekt der Begierde lange schon über die Opposition zu meinem Standort hinaus gewandert war. Daher konnte ich in OIII dann nur noch knappe 63 h sammeln, ein paar kurze LRGB-Sitzungen für die Sternfarben gingen sich am Ende gerade noch aus. Die Bearbeitung eines solchen Datenberges ist dann eine Odyssee für sich, das war für mich trotz aller Erfahrung nicht einfach. Die Fusion von Aufnahmen aus zwei völlig unterschiedlichen Instrumenten erforderte viel Fingerspitzengefühl, und ich habe etliche Male ganz von vorne begonnen. Selbst dieses mühsam erarbeitete Endergebnis stellt mich noch nicht ganz zufrieden, aber es ist das Beste, was ich derzeit aus diesen Daten holen kann. Warum tut man sich so etwas an, wenn dann der eigene Name nicht in der Veröffentlichung aufscheint, und die eigene monatelange Arbeit in dem Paper garnicht berücksichtigt wurde, obwohl man alle Daten zur Verfügung gestellt hat? Ich schätze, dass man sich hauptsächlich selbst etwas beweisen möchte. Aber ganz unberücksichtigt bleibt mein Tun am Ende nicht, es wird zu gegebener Zeit noch etwas kommen, das meine Arbeit würdigt, das wurde mir mittlerweile angekündigt - ich glaube, so viel darf ich schon sagen. Nun ist es mir ein echtes Bedürftnis, dieses Bild auch zu präsentieren, und ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich erleichtert bin, dass ich es jetzt abschließen kann. Teleskope: Meade LX200 10"@f/7 und Lacerta Carbon Photonewton 150/600 Kameras: Atik 414ex und ZWO ASI533MM-Pro Filter: Astronomik LRGB, Astronomik H-alpha (6 und 12 nm), Astronomik OIII (6 und 12 nm) Nachführungen: Losmandy G11 und Skywatcher EQ6 Steuerung: NINA und ZWO ASIAIR Plus Belichtung: 215 h 26 min Aufgenommen in Füllersdorf, Österreich, von Anfang Februar 2026 bis Ende April 2026 Link zur Publikation: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/asna.70078
Ich darf es nun endlich herzeigen: Mein bisher aufwändigstes Belichtungsprojekt überhaupt. Das ist eine Neuentdeckung der TBG-Gruppe im Verein VdS (Verein der Sternfreunde): TBG-N1 - ein Kandidat für einen planetarischen Nebel. Dieser hat eine so schwache Oberflächenhelligkeit, dass ich sage und schreibe 215 Stunden Gesamtbelichtungszeit investieren musste, um ihn aus dem Hintergrund zu schälen. Wie findet man etwas, das keiner sieht? Nun, die TBG-Gruppe (TBG = tief belichtete Galaxien) war eigentlich auf der Suche nach Zwerggalaxien, die die Galaxie NGC 2403 begleiten. In deren weiterem Umfeld hat man einen unscheinbaren formlosen Fleck gefunden, typisch für solche Zwerggalaxien, weshalb man begonnen hat, diesen genauer unter die Lupe zu nehemen. Es hat sich jedoch gezeigt, dass sich hier etwas anderes verbirgt, und nach ebenso langen Belichtungen in diversen Filterungen - mit wesentlich größeren und lichtstärkeren Teleskopen als ich sie habe - wurde klar, dass man hier höchstwahrscheinlich einen neuen planetarischen Nebel entdeckt hatte. Ich bin als Mitglied dieses Vereins unerwartet eingeladen worden noch vor der Veröffentlichung der Entdeckung diesen Nebel als erster Amateur außerhalb der TBG-Gruppe aufzunehmen. Natürlich habe ich erfreut zugesagt. Als ich mir den Entwurf der Veröffentlichung dann durchgelesen habe, und sah, was die Gruppe dort an Instrumenten und Belichtungszeit auffahren musste, da war ich erst einmal ziemlich entmutigt, mein erster Gedanke war: worauf habe ich mich da nur eingelassen? Aber probieren musste ich es zumindest. Und so habe ich dann begonnen zu belichten, erst mit dem großen Teleskop von Meade, das aber eher lichtschwach ist. Nach 10 Stunden war klar, da muss ich den wesentlich lichtstärkeren Lacerta draufhalten, was ich dann auch machte. Parallel ließ ich aber weiter das große Teleskop mitlaufen. Das war eine etwas schmerzhafte Entscheidung für mich, weil somit meine liebsten zwei Teleskope für lange Zeit an dieses Projekt gebunden waren, und andere Dinge, die ich ebenfalls gerne aufgenommen hätte, für diese Saison ausgefallen sind. Nach insgesamt gut 141 h im H-alpha Schmalband wechselte ich zum OIII Schmalband, weil das Objekt der Begierde lange schon über die Opposition zu meinem Standort hinaus gewandert war. Daher konnte ich in OIII dann nur noch knappe 63 h sammeln, ein paar kurze LRGB-Sitzungen für die Sternfarben gingen sich am Ende gerade noch aus. Die Bearbeitung eines solchen Datenberges ist dann eine Odyssee für sich, das war für mich trotz aller Erfahrung nicht einfach. Die Fusion von Aufnahmen aus zwei völlig unterschiedlichen Instrumenten erforderte viel Fingerspitzengefühl, und ich habe etliche Male ganz von vorne begonnen. Selbst dieses mühsam erarbeitete Endergebnis stellt mich noch nicht ganz zufrieden, aber es ist das Beste, was ich derzeit aus diesen Daten holen kann. Warum tut man sich so etwas an, wenn dann der eigene Name nicht in der Veröffentlichung aufscheint, und die eigene monatelange Arbeit in dem Paper garnicht berücksichtigt wurde, obwohl man alle Daten zur Verfügung gestellt hat? Ich schätze, dass man sich hauptsächlich selbst etwas beweisen möchte. Aber ganz unberücksichtigt bleibt mein Tun am Ende nicht, es wird zu gegebener Zeit noch etwas kommen, das meine Arbeit würdigt, das wurde mir mittlerweile angekündigt - ich glaube, so viel darf ich schon sagen. Nun ist es mir ein echtes Bedürftnis, dieses Bild auch zu präsentieren, und ich muss ehrlicherweise sagen, dass ich erleichtert bin, dass ich es jetzt abschließen kann. Teleskope: Meade LX200 10"@f/7 und Lacerta Carbon Photonewton 150/600 Kameras: Atik 414ex und ZWO ASI533MM-Pro Filter: Astronomik LRGB, Astronomik H-alpha (6 und 12 nm), Astronomik OIII (6 und 12 nm) Nachführungen: Losmandy G11 und Skywatcher EQ6 Steuerung: NINA und ZWO ASIAIR Plus Belichtung: 215 h 26 min Aufgenommen in Füllersdorf, Österreich, von Anfang Februar 2026 bis Ende April 2026 Link zur Publikation: https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/asna.70078
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