SH2-236 mit dem offenen Sternhaufen IC 1893. In dem kombinierten Bild wurden die Emissionslinien neu zugeordnet: | Emissionslinie | Tatsächliche Farbe | Zugewiesene Bildfarbe | | ——————-- | —-———————--- | —————————-—--- | | [S II] | tiefrot | **Rot** | | Hα | rot | **Grün** | | [O III] | blaugrün | **Blau** | Diese Zuordnung nennt man die Hubble-Palette (SHO). Warum macht man das? Es erhöht den Kontrast zwischen physikalischen Prozessen, macht Strukturen sichtbar, die sonst überlagert wären, und die Farben tragen Information, nicht nur Ästhetik allein. Die Farben dieses Bildes sind daher nicht natürlich, sondern wissenschaftlich kodiert, man nennt das dann "Falschfarbenbild". Aus so einem Bild lässt sich unter Anderem ableiten: Blaue Bereiche = stark ionisiertes Gas Goldene / grüne Übergänge = Wechselzonen Dunkle Strukturen = kaltes, dichtes Material Die "Globulen" (z.B. diese hellen Strukturen, die mit Phantasie an Spermienzellen oder Kaulquappen erinnern) haben sehr helle Ränder, das sind Regionen, die starken Sternwinden ausgesetzt sind, wie etwa UV- oder Gamma-/Röntgenstrahlung. Diese Gase werden von der Strahlung komprimiert und erodiert. Die hellen Ränder zeigen somit Ionisationsfronten. Die Sterne, die diese intensive Strahlung verursachen sind hauptsächlich heiße und massereiche O-Hauptreihensterne des offenen Sternhaufens NGC 1893 im Zentrum, diese senden große Menge ultraviloetter Strahlung aus. Dunkle Regionen bestehen aus dichtem Staub, der widersteht diesen Sternwinden länger und wird langsamer abgetragen, bleibt also lange als dunkle Struktur sichtbar. Diese dunklen, dichten und kalten Zonen sind häufig Gebiete, in welchen sich durch starke Verdichtung von Gas und Staub neue Sterne bilden -> potentielle Sternentstehungsgebiete. Das gesamte Objekt ist dynamisch, nicht statisch! Wir sehen also kein fertiges Objekt, sondern einen Moment in einem Millionen Jahre langen Prozess.
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